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Es handelt sich um ein Projekt mit zwei Fallstudien: Eine in Bolivien,
in der Stadt Cochabamba und eine weitere in Brasilien, in Altamira, im
Bundestaat Pará.
Das Projekt wurde vom Frauenausschuss des ASC (Alianca Social Continental)
mit der Unterstützung der Heinrich Böll Stiftung realisiert
und zielt darauf ab, einen Beitrag zur Entwicklung einer Strategie für
das politische Handeln von Frauen zu leisten, die eines der für das
Leben wertvollsten Ressourcen verteidigen: das Wasser. Das Projekt beruht
also auf Studien über die Auswirkungen der Privatisierung von Wasser
auf die Frauen, im Fall Bolivien und Brasilien und wurde im Laufe des
Jahres 2006 realisiert.
Das
Equit Institut war verantwortlich für die Studie in Brasilien und
wurde von Edna Maria Ramos de Castro geführt, Forscherin an der Universität
von Pará (Universidade Federal de Pará). In dieser Studie
wurde das Projekt für den Bau eines Komplexes großer Staudämme
im Xingu- Fluss ausgewählt, gegen das die Frauen von Altamira und
Trasamazônica sich viele Jahre mobilisierten, um diesen zu verhindern.
Das vor kurzem weltweit geweckte Interesse für das Wasser steht
im Zusammenhang mit dem Druck, um den Platz für diese Ressource auf
dem Markt zu vergrößern. Im letzten Jahrzehnt des vergangenen
Jahrhunderts, fingen internationale Organisationen an, das Konzept der
"globalen Wasserkrise" zu definieren und Zielvorgaben für
das Jahr 2020 für die Garantie von Wasser für alle zu machen.
Wasser wurde zu einem zentralen Thema bei den Verhandlungen der der Vereinten
Nationen und den wirtschaftlichen Einrichtungen wie dem IWF des GATT im
Rahmen der WTO. Es ist kein Zufall, dass die internationale Debatte auf
der einen Seite mit der Tagesordnung der Staaten und seiner Anpassungspolitik
konfrontiert wird, die kohärent mit den makroökonomischen Entscheidungen
ist und auf der anderen Seite mit den Organisationen der Zivilgesellschaft,
die in alternativen Foren mit globalen Charakter untergebracht sind.
In der Region Altamira, haben soziale Bewegungen über viele Jahre
zahlreiche öffentliche Veranstaltungen realisiert. Sie forderten
die Mobilisierung im Rahmen einer Kampagne für Wasser und Flüsse
ohne Dämme. Die Debatte über Wasser und die Risiken der Privatisierung
und der Liberalisierung der Wasserversorgung durch den Bau eines großen
hydroelektrischen Projektes im Xingu Fluss, wird besonders mit den Kämpfen
um die Demokratisierung der Nutzung des Flusses assoziiert. Im Rahmen
der Mobilisierungen, geleitet von der Frauenbewegung der Region, wurden
speziell die Anforderungen in Erinnerung gerufen, die den Alltag der Menschen
und die Verbesserung der Gesundheits- und der Wasserversorgung betreffen.
Die
Völker der Amazonasregion haben kaum Zugang zu sauberem Wasser und
sanitären Dienste. Gleichzeitig bedeuten das Monopol und die Exklusivität
für die Erbringung von Dienstleistungen um Trinkwasser durch die
großen transnationalen Unternehmen, in der Tat die Zerstörung
der Gemeinden- Trinkwasser- Systeme. Diese wurden in erster Linie durch
den Beitrag der Arbeit der Frauen, die nicht immer wahrgenommen wurde,
da sie als Teil der reproduktiven Aufgabe der Frauen gesehen wurde. Diese
Prozesse können tief greifende Auswirkungen auf das Recht auf den
Zugang zu natürlichen Ressourcen haben, welche die Frauen in der
Welt, über die Pekinger Aktionsplattform und anderen Dokumenten und
international etablierten Maßnahmeninstrumenten, fordern. Prozesse
der Übernahme und der Privatisierung der Wasserquellen, zu denen
die Gemeinden und die lokalen Bewässerungssystemen Zugang haben,
beeinflussen besonders die Gemeindesysteme, die auf der Logik von Gegenseitigkeit
und Einklang mit der Natur basieren; die Frauen, und mit ihnen ihre Familien,
verlieren den Zugang zu den natürlichen Ressourcen und somit auch
zu der Erhaltung und sogar der Reproduktion von Leben.
Die
Studien über die Auswirkungen der Privatisierung von Wasser in Bolivien
und Brasilien wurden in dem Buch "Frauen in der Verteidigung von
Wasser als grundlegendes Menschenrecht" ("Mulheres em defesa
da água como direito humano fundamental") publiziert und vom
Frauenausschuss des ASC im Juli 2004 herausgegeben und ist auf der Website
des Equit Institus verfügbar. Als Vorschläge zur Ausweitung
der Debatten und Aktionen im Rahmen der Politik um den Zugang zu grundlegenden
Dienstleistungen, wurden thematische Kampagnen gestartet: Wasser und Merkantilismus;
Wasser und die Freihandelsverträge- eine gesellschaftliche Sicht
auf Wasser und Stoppt die BITs (Bilaterale Investitionsabkommen)- und
das ICSID (Internationales Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten).
Schon im Weltsozialforum im Jahre 2005, über die Wasser-Plattform
und in der Vorbereitung auf das Weltwasserforum, das im Jahre 2006 in
Mexiko-City stattfand, wurden diese Initiativen diskutiert und systematisiert.
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